19. Februar 2026

Welche wichtigen Game-Changer-Medikamente sind 2026 für die Herzmedizin zu erwarten?

In diesem Artikel werden die 2026 zu erwartenden neuen medikamentösen Therapieansätze vorgestellt und schlaglichtartig deren Wirkprinzipien beschrieben.
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Herz-Kreislauf-Erkrankungen sind nach wie vor die häufigste Todesursache weltweit. Gleichzeitig macht die medizinische Forschung große Fortschritte. Für das Jahr 2026 erwarten Expertinnen und Experten mehrere neue Medikamente, die die Behandlung von Herzkrankheiten deutlich verbessern könnten. Manche davon gelten schon jetzt als echte „Gamechanger“, also als mögliche Wendepunkte in der Herzmedizin.

In diesem Artikel erklären wir verständlich, welche neuen Medikamente kommen könnten, für wen sie wichtig sind und warum sie Hoffnung machen.

1. Neue Medikamente gegen gefährliche Blutfette
-> Lp(a): Ein bislang kaum behandelbarer Risikofaktor

Neben dem bekannten Cholesterin gibt es ein weiteres Blutfett namens Lipoprotein(a) – kurz Lp(a). Viele Menschen haben erhöhte Lp(a)-Werte, ohne es zu wissen. Hohe Werte erhöhen das Risiko für:

  • Herzinfarkt
  • Schlaganfall
  • Gefäßverkalkung

Das Problem: Bisher gibt es kaum wirksame Medikamente, um Lp(a) gezielt zu senken. Genau das könnte sich ab 2026 ändern.

Neue Medikamente wie Pelacarsen oder Olpasiran greifen direkt in die Bildung von Lp(a) ein. In Studien konnten sie den Lp(a)-Wert um mehr als 80 % senken. Das ist ein enormer Fortschritt.

👉 Warum ist das wichtig?
Zum ersten Mal könnten Menschen mit hohem Lp(a) gezielt behandelt werden – nicht nur indirekt, sondern direkt an der Ursache.

-> Cholesterinsenkung ohne Spritzen?

Viele Patientinnen und Patienten kennen bereits sogenannte PCSK9-Hemmer . Diese senken das LDL-Cholesterin („schlechtes Cholesterin“) sehr stark – müssen aber gespritzt werden.

Ein neuer Wirkstoff senkt das LDL-Cholesterin ähnlich stark wie die bisherigen Spritzen – aber als Tablette (vergl. Newsletter vom 20.01.26). Das würde die Behandlung für viele Menschen einfacher und angenehmer machen.


2. Durchbruch bei Bluthochdruck? Neue Wege für schwierige Fälle

Bluthochdruck ist einer der wichtigsten Risikofaktoren für Herzinfarkt und Schlaganfall. Zwar gibt es viele Medikamente, doch bei manchen Menschen bleibt der Blutdruck trotz mehrerer Medikamente zu hoch.

Ein neuer Wirkstoff namens Baxdrostat könnte hier helfen. Er wirkt auf ein Hormon namens Aldosteron, das den Blutdruck beeinflusst.

In Studien konnte Baxdrostat den Blutdruck deutlich senken, selbst bei Menschen, bei denen andere Medikamente nicht ausreichend geholfen haben.

👉 Was bedeutet das für Patientinnen und Patienten?
Falls sich dieser Effekt bestätigt, könnten Menschen mit schwer einstellbarem Bluthochdruck endlich eine neue, wirksame Behandlungsoption bekommen.

3. Herzschwäche: Weitere Verbesserungen in Sicht

Eine Herzschwäche (Herzinsuffizienz) bedeutet, dass das Herz nicht mehr stark genug pumpt. In den letzten Jahren haben neue Medikamente – wie die sogenannten SGLT2-Hemmer – die Behandlung deutlich verbessert.

Für 2026 erwarten Fachleute zwar keinen einzelnen „großen Knall“, aber mehrere schrittweise Verbesserungen, zum Beispiel:

  • Medikamente, die Narbenbildung im Herzen verringern
  • Wirkstoffe, die die Gefäßfunktion verbessern
  • neue Kombinationen bewährter Medikamente

Auch ältere Medikamente werden erneut untersucht und besser eingesetzt als früher.

👉 Die gute Nachricht:
Menschen mit Herzschwäche profitieren zunehmend von einer besseren, individuelleren Therapie – mit weniger Krankenhausaufenthalten und besserer Lebensqualität.

4. Hilfe bei plötzlichem Herzrasen – als Nasenspray

Manche Menschen leiden unter plötzlichem, starkem Herzrasen. Bisher war in solchen Fällen oft ein Besuch in der Notaufnahme nötig.

Ein neues Medikament namens Etripamil könnte das ändern:

  • Es wird als Nasenspray angewendet
  • Es kann einen Anfall von Herzrasen schnell beenden
  • Die Anwendung ist auch zu Hause möglich

👉 Warum ist das wichtig?
Patientinnen und Patienten könnten künftig schneller selbst reagieren – und viele Notaufnahmen vermeiden.

5. Blick in die Zukunft: Maßgeschneiderte Herzmedizin

Neben neuen Medikamenten spielt auch die Digitalisierung eine immer größere Rolle. Mithilfe von künstlicher Intelligenz könnten Ärztinnen und Ärzte künftig besser vorhersagen:

  • welches Medikament bei welcher Person am besten wirkt
  • wer besonders von neuen Therapien profitiert
  • wie Nebenwirkungen vermieden werden können

Das Ziel ist eine persönlich angepasste Herzmedizin, statt einer „Therapie für alle“.

Fazit: Warum 2026 ein wichtiges Jahr werden könnte

Das Jahr 2026 könnte für viele Herzpatientinnen und -patienten neue Hoffnung bringen:

✔ erstmals gezielte Medikamente gegen Lp(a)
✔ einfachere Cholesterinsenkung
✔ neue Optionen bei schwerem Bluthochdruck
✔ bessere Kontrolle von Herzschwäche
✔ mehr Selbstständigkeit bei Herzrhythmusstörungen

Nicht alle Medikamente sind bereits zugelassen – aber viele stehen kurz davor. Die Richtung ist klar: früher, gezielter und wirksamer behandeln.