13. April 2026

Ab wann sollte ein erhöhtes LDL-Cholesterin gesenkt werden?

Das hohe LDL-Cholersterinwerte dem Gefäßsystem schaden ist landläufig bekannt. Eine Therapie wird häufig erst nach einem Ereignis eingeleitet. Ab wann aber ist es sinnvoll auch ohne ein Ereignis mit einer Therapie zu beginnen?
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So früh wie möglich,  sobald ein LDL-Wert dauerhaft erhöht ist.

Warum so früh?

LDL-Cholesterin schädigt die Gefäße nicht erst beim Herzinfarkt, sondern schleichend über viele Jahre.
Schon in jungen oder mittleren Lebensjahren können sich Fettablagerungen in den Arterien bilden – ohne Symptome.

Man kann sich das so vorstellen:

Jeder Tag mit hohem LDL hinterlässt kleine „Spuren“ in den Gefäßen. Je länger das so geht, desto größer wird das Risiko.
Konkret heißt das:
  • Sobald wiederholt erhöhte LDL-Werte gemessen werden, sollte gehandelt werden

  • Nicht erst warten, bis Beschwerden oder ein erstes Herz-Kreislauf-Ereignis auftreten

  • Besonders wichtig bei zusätzlichen Risikofaktoren (z. B. Bluthochdruck, Diabetes, Rauchen, familiäre Belastung)

Welche LDL-Cholesterin-Werte gelten als kritisch? 
  • ≥ 160 mg/dl (≥ 4,1 mmol/l):
    → frühzeitig gegensteuern (Lebensstil, ggf. Medikamente)

  • ≥ 190 mg/dl (≥ 4,9 mmol/l):
    immer behandlungsbedürftig, auch ohne weitere Risikofaktoren

  • Bereits hohes Risiko:
    → Zielwert < 70 mg/dl, möglichst früh erreichen

Was sagen die Leitlinien dahinter?

Moderne Leitlinien gehen davon aus:

Nicht das Alter oder das erste Ereignis ist entscheidend, sondern die lebenslange LDL-Belastung.

Je früher das LDL-Cholesterin gesenkt wird, desto

  • weniger Plaques entstehen
  • langsamer schreitet die Gefäßverkalkung voran
  • niedriger ist das Risiko für Herzinfarkt und Schlaganfall
Merksatz:

🫀 LDL-Cholesterin sollte gesenkt werden, sobald es erhöht ist – nicht erst, wenn Schaden entstanden ist.