Warum Fliegen für den Körper anstrengend ist
Auch wenn man es im Flugzeug kaum merkt: Der Körper befindet sich während des Fluges in einer besonderen Situation. In der Kabine herrscht ein Luftdruck wie auf einem Berg in etwa 2.500 Metern Höhe.
Das hat Folgen:
- Weniger Sauerstoff im Blut
Der Sauerstoffgehalt sinkt. Gesunde Menschen merken das kaum. Der Körper gleicht das durch schnelleres Atmen und einen schnelleren Herzschlag aus.
Für kranke Menschen kann das aber belastend sein.
- Gase dehnen sich aus
Luft im Körper (z. B. nach Operationen oder bei bestimmten Erkrankungen) kann sich ausdehnen und Probleme machen.
- Trockene Luft
Die Luft im Flugzeug ist sehr trocken. Das kann zu Flüssigkeitsmangel führen, vor allem auf langen Flügen.
Wer besonders vorsichtig sein sollte
Nicht alle Menschen sollten einfach in ein Flugzeug steigen. Besonders wichtig ist eine ärztliche Abklärung bei:
- schweren Herz- oder Lungenerkrankungen
- akuten Infektionen (z. B. Grippe, COVID-19)
- frischen Operationen
- bestimmten psychischen Erkrankungen
- Schwangerschaft mit Risiken
Internationale Regeln, z. B. von der International Air Transport Association (IATA), helfen dabei zu entscheiden, ob jemand fliegen darf oder nicht.
Fliegen mit Herzkrankheiten
Herz und Lunge reagieren besonders empfindlich auf den geringeren Sauerstoff im Flugzeug.
Koronare Herzkrankheit (KHK)
- Leichte Beschwerden: Fliegen meist möglich
- Stärkere Beschwerden: oft nur mit zusätzlichem Sauerstoff oder Begleitung
- Beschwerden in Ruhe: Fliegen meist nicht empfohlen
Nach einem Herzinfarkt
Ob man fliegen darf, hängt davon ab, wie stabil man ist:
- Geringes Risiko: Flug oft nach wenigen Tagen möglich
- Mittleres Risiko: etwa 10 Tage warten
- Hohes Risiko: vorerst kein Flug
Herzschwäche (Herzinsuffizienz)
- Leicht (NYHA I–II): meist kein Problem
- Mittel (NYHA III): oft nur mit Sauerstoff
- Schwer (NYHA IV): nur in Ausnahmefällen und mit ärztlicher Begleitung
Fliegen mit Lungenerkrankungen
Auch bei Lungenerkrankungen ist entscheidend, wie stabil die Situation ist.
Fliegen ist meist möglich, wenn:
- genügend Sauerstoff im Blut vorhanden ist
- die Erkrankung gut eingestellt ist
Vorsicht ist geboten bei:
Wichtig: Geräte wie Sauerstoffkonzentratoren müssen mit ins Flugzeug genommen werden – inklusive ausreichender Batterien.
Thrombose-Risiko nicht unterschätzen
Beim langen Sitzen im Flugzeug steigt das Risiko für Blutgerinnsel (Thrombosen).
Das hilft:
- ausreichend trinken während des Fluges
- regelmäßig aufstehen und bewegen
- Kompressionsstrümpfe tragen
- bei Risiko: Medikamente nach ärztlicher Rücksprache
Wann man nicht fliegen sollte
Ein Flug ist nicht ratsam, wenn:
- eine akute Thrombose oder Lungenembolie vorliegt
- eine schwere Infektion besteht
- man sich gerade von einer Operation erholt
- starke Herz- oder Atemprobleme bestehen
Auch nach Magen-Darm-Infekten sollte man mindestens 48 Stunden symptomfrei sein.
Schwangerschaft und Fliegen
- Bei gesunden Schwangeren ist Fliegen meist bis zur 36. Woche möglich
- Bei Risiken sollte vorher unbedingt eine Ärztin oder ein Arzt gefragt werden.
Gute Vorbereitung ist entscheidend
Vor dem Flug sollten Sie:
- mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt sprechen
- alle Medikamente ins Handgepäck packen
- wichtige Geräte (z. B. Sauerstoff) mitnehmen
- sich bei der Airline anmelden, wenn Unterstützung nötig ist
Viele Fluggesellschaften, z. B. die Lufthansa, bieten dafür spezielle Formulare (MEDIF) an.
Fazit
Fliegen ist heute für viele Menschen mit Erkrankungen möglich – aber nicht für alle und nicht ohne Vorbereitung.
Eine einfache Faustregel lautet: