6. Juli 2026

Wenn Hitze das Herz belastet – warum heiße Tage mehr sind als nur Sommerwetter

Viele Menschen freuen sich auf warme Sommertage. Doch extreme Hitze ist weit mehr als eine Frage des Wohlbefindens – sie kann zu einer echten Belastung für die Gesundheit werden. Besonders betroffen sind Menschen mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen.
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Fachleute gehen davon aus, dass Hitzewellen in den kommenden Jahren häufiger und länger auftreten werden. Schon heute zeigen Daten: Hohe Temperaturen führen nicht nur zu mehr Krankenhausaufnahmen, sondern auch zu mehr Krankmeldungen und einer erhöhten Sterblichkeit.

Was passiert im Körper bei Hitze?

Unser Körper versucht ständig, seine Temperatur konstant zu halten. Wird es sehr heiß, erweitern sich die Blutgefäße, damit mehr Wärme abgegeben werden kann. Dadurch sinkt der Blutdruck – und das Herz muss mehr arbeiten, um die Durchblutung aufrechtzuerhalten.

Zusätzlich verliert der Körper durch Schwitzen Flüssigkeit und wichtige Mineralstoffe. Das kann zu Kreislaufproblemen, Erschöpfung oder Herzrhythmusstörungen führen.

Für gesunde Menschen ist das meist gut ausgleichbar. Für Menschen mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen kann Hitze jedoch zur echten Herausforderung werden.

Warum Menschen mit Herzerkrankungen besonders gefährdet sind

Bei bestehenden Herzproblemen steigt an heißen Tagen das Risiko für Beschwerden und Komplikationen. Dazu gehören:

  • Angina-pectoris-Beschwerden (Engegefühl oder Schmerzen in der Brust)
  • Verschlechterung einer Herzschwäche
  • Herzrhythmusstörungen
  • Herzinfarkt
  • Kreislaufzusammenbrüche

Besonders wichtig: Einige Medikamente können die Anpassung an Hitze zusätzlich erschweren. Dazu zählen beispielsweise entwässernde Medikamente (Diuretika) oder bestimmte Blutdruckmedikamente. Das bedeutet nicht, dass Medikamente eigenständig verändert werden sollten – Änderungen gehören immer in ärztliche Hände.

Hitze wirkt auf den ganzen Körper

Die Auswirkungen beschränken sich nicht auf das Herz.

Hohe Temperaturen können auch:

  • die Nieren belasten,
  • die Atemwege reizen,
  • die Konzentration und Schlafqualität verschlechtern,
  • das Risiko für Schlaganfälle erhöhen.

Zusätzlich treten an heißen Tagen häufig höhere Ozon- und Feinstaubwerte auf – ein weiterer Stressfaktor für Herz und Lunge.

Wer sollte besonders vorsichtig sein?

Ein erhöhtes Risiko haben vor allem:

  • ältere Menschen,
  • Menschen mit Herz-, Lungen- oder Nierenerkrankungen,
  • Personen mit Diabetes,
  • pflegebedürftige Menschen,
  • Menschen, die allein leben.

Interessanterweise zeigen Studien: Schon einfache Schutzmaßnahmen können helfen.

Was Sie an heißen Tagen tun können

1. Ausreichend trinken
Sofern keine ärztlich verordnete Trinkmengenbegrenzung besteht. Aber: Keine zu große Mengen eiskalter Getränke zu sich nehmen

2. Aktivitäten in die kühleren Stunden verlegen
Früh morgens und abends sind oft deutlich besser geeignet. Beim Sport nicht bis an die Leistungsgrenze gehen ggf. auch mal aussetzen oder eine weniger belastende Sportart ausüben.

3. Innenräume kühl halten
Fenster morgens öffnen, tagsüber dann schließen und verschatten.

4. Warnzeichen ernst nehmen
Schwindel, ungewöhnliche Müdigkeit, Herzstolpern, Atemnot oder Brustschmerzen sollten ärztlich abgeklärt werden.

5. Nach gefährdeten Angehörigen schauen
Gerade ältere Menschen unterschätzen häufig ihren Flüssigkeitsbedarf oder spüren Überhitzung später.

Fazit

Hitze ist kein Randthema mehr – auch nicht in der Kardiologie. Heiße Tage bedeuten für den Körper Schwerstarbeit. Wer eine Herz-Kreislauf-Erkrankung hat, sollte Hitzewellen ähnlich ernst nehmen wie andere bekannte Belastungen.

Die gute Nachricht: Schon mit einfachen Maßnahmen lässt sich das Risiko deutlich senken. Aufmerksamkeit, ausreichende Flüssigkeitszufuhr und rechtzeitiger Schutz helfen dem Herzen, auch durch heiße Tage gut zu kommen.